Der Nicht-Weg des Wirklichen

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Nathalies Unterweisung lässt sich in einem Wort zusammenfassen: das Wirkliche. Nicht das von der Persönlichkeit begrenzte und verzerrte Wirkliche, sondern das dimensionslose Wirkliche, welches sich völlig dem Einfluss des Verstandes und seiner Ideologie entzieht. Es ist eine ständige Einladung zur wahren Begegnung mit sich selber, von Angesicht zu Angesicht, mit seinen eigenen mentalen, emotionalen und physischen Schemata, mit seinen Ängsten, seinen Bedürfnissen und Erwartungen, seinen Spannungen und Abwehr. Es gibt keine andere Unterweisung, als den Wagemut zu sehen, was sich eben in diesem Moment abspielt, in aller Aufrichtigkeit. Es ist die fortwährende Ermutigung zum umfassenden Sehen, d.h., ein Sehen, das nicht im Dienst des Bildes steht, aber des Seins, der natürlichen und blossen Präsenz.

Der Nicht-Weg des Wirklichen bedeutet das sofortige Erkennen der einzigen Essenz in all ihren unterschiedlichen Formen, Unterbrechung nicht möglich. Absolutes Kontinuum, ist das Wirkliche in seiner rohen und direkten Einfachheit der einzige Raum der Verwirklichung. Niemals wird auch nur zu einer Veränderung geraten werden. Warum will man das vervollkommnen, was bereits vollkommen ist?

Mit einer Sanftheit, die sich manchmal als unerbittlich erweisen kann, übermittelt Nathalie, indem sie es voll und ganz verkörpert, die Rückkehr zum Wahren: ihre Unterweisung richtet sich an alle nach Authentizität Dürstenden.


Die Praxis

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Im Lauf der Jahre verlieren wir die Verbindung mit der Wirklichkeit der Empfindung. Die Macht des Verstandes wird allgegenwärtig. Unser Körper und Geist verlieren ihr natürliches Gleichgewicht. Die sich daraus ergebende Unruhe steigert das Bedürfnis, wieder ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität zu finden. Falsch orientiert, beginnen wir mit Verteidigungsmechanismen, die ein Netz von Spannungen im ganzen Körper weben. Unsere Bewegungen werden unter den Auswirkungen der Reaktivität schwerer. Wie kann man den ursprünglichen, tiefen Entspannungszustand von Körper und Geist wiederfinden?

Die körperliche Erforschung, die hier vorgeschlagen wird, wagt diese Herausforderung ohne hirngespinstige Utopien. Sie ist eine beständige Einladung zu einer Begegnung mit dem Wirklichen, da, wo Denken, Gewohnheit und Wissen veraltet werden. Grundsätzlich geht es nicht um eine Technik, sondern um eine Kunst, im traditionellsten Sinne des Wortes. Die Kunst, die Wirklichkeit des Körpers sich in der Fülle seiner Dimension entfalten zu lassen, ohne dass der Wille eingreift.

Es ist durchaus möglich, die hier vorgeschlagenen Erforschungen auf einem Stuhl zu verfolgen und zu erfahren. Es ist keine besondere körperliche Voraussetzung nötig. Die Meditation/das Bewusstsein bildet den beständigen Hintergrund dieses Wegs, die Betonung liegt vor allem auf der Bereitschaft für das, was vorhanden ist.


Nathalie Delay

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Nathalie ist Künstlerin und seit jeher Wahrheitssucherin. Mit sechsundzwanzig Jahren begegnet sie der Tradition des kaschmirischen Shivaismus. Während mehr als fünfundzwanzig Jahren vertieft sie sowohl die metaphysischen Aspekte als auch die Yogas dieser Tradition bei deren emblematischsten Vertretern. Aber es ist vor allem das Wirkliche jenseits aller Formulierung, das sie unerbittlich anzieht, so wie einen Nachtfalter das Kerzenlicht. Die Kunst, die individuellen Begrenzungen sich bis zum Glühen des Wahren verzehren zu lassen, ist der einzige Weg, den Nathalie denen weitergibt, die zu ihr kommen.