Die Anwendungen

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Meditation
Das ist die einfachste und radikalste Praxis, in der wir eine Qualität der Präsenz entwickeln, welche erlaubt, in sich selbst abzusinken – an die Wurzel des Seins. Wir lernen, uns so zu lassen wir sind, nicht zu intervenieren und still in unserem Inneren zu bleiben, egal was passiert. Wir lauschen entspannt dem Moment, ohne in einen hypnotischen Zustand einzutreten. Während der Seminare werden die Meditationen manchmal angeleitet um uns zu helfen, in die Tiefe und Stille unserer wahren Natur einzutauchen. Es wird keinerlei Technik vorgeschlagen, da es darum geht, aufzuhören etwas zu machen und sich in sich selbst hineinzuentspannen, in einen Zustand der kompletten Empfänglichkeit.

Erkundung der Empfindung - Inneres Yoga*
Basierend auf dem Yoga des kaschmirischen Shivaismus sowie dem Qi Gong sind die spezifischen Körperübungen einfach und zugänglich, denn ihr Ziel ist vor allem, den Kontakt mit der Wahrheit des Körpers wiederzufinden. Dieser ist oft nur eine Ansammlung von Widerständen, Reaktionen und Ängsten, die sich in einem chronischen Zustand der Zusammenziehung des Körpergewebes manifestieren. Diese Kontraktion blockiert die Zirkulation der Energie und macht den Körper schwer und steif. Er verliert seine Vibrationsfähigkeit und seine Kapazität, in den Raum zu strahlen. Dieser konditionierte Körper ist nicht imstande, seine Nicht-Trennung von der Wirklichkeit zu realisieren. Die vorgeschlagenen Erkundungen erlauben, sofort unsere Tendenz zu beobachten, in sich wiederholende und kontrollierte Bewegungen zu gehen sowie auch unsere Tendenz, unsere Gesten zu forcieren oder einzuschränken. Die Erkundungen helfen uns, einen fließenden und schwingenden Körper wiederzuerlangen, der sich ohne Anstrengung mit dem Moment verbindet.
* Das innere Yoga ist eine aktive Meditation, wo sich Geist und Körper harmonisieren. Der Verstand beruhigt sich und man tritt in die Erfahrung der Empfindung ein. Der Körper wird eins mit dem Moment. Dieses Yoga erlaubt, die Lehre auf eine konkrete und tiefe Art und Weise zu integrieren und sie folglich ins Alltagsleben übertragen zu können.

Erkundung der Atmung
Indem wir die Empfindung des Atems auf einem physiologischen und energetischem Niveau entwickeln – immer darauf bedacht, niemals in eine Form der Kontrolle oder Performance einzutreten – erlauben wir uns, die Widerstände, welche den Atem in seiner Harmonie und seinem Ausmaß beeinträchtigen, Stück für Stück zu entleeren. Die Arbeit mit dem Atem hat tiefgehende Effekte, sie löst den Verstand, beruhigt die emotionale Aufgeregtheit und erleichtert die Rückkehr zum Sein. Die einfachen Übungen, die in verschiedene Situationen des Alltagslebens übertragen werden können, werden regelmäßig während den Seminaren angeboten.

Gehen
Verschiedene Arten zu Gehen, die vor allem aus dem Qi Gong (Dao Yin) und der Sensorischen Gymnastik kommen, beschäftigen sich damit, die Wahrnehmung der Empfindung der aufrechten Position, der Verwurzelung und dem Gleichgewicht der linearen Achsen zu entwickeln. Die verschiedenen Schritte des Gehens werden bewusst erforscht, denn diese „Basisbewegung“ bringt unsere Art, uns zu bewegen, ans Licht, welche oft überhastet und automatisch ist. Wir lernen, die Atmung an die Schritte anzulehnen, bis sie nur mehr eine einzige Bewegung formen und unser Verstand sich in Stille in diese dynamische Meditation hineinentspannen kann.

Untersuchung
Wir beobachten alles, was uns stört – gleichzeitig im Bereich der Empfindung und der Gedanken – um uns der emotionalen und geistigen Muster bewusst zu werden, die uns verschließen. Sobald wir uns gestört fühlen, selbst nur leicht, fragen wir uns: „Was ist wahr? Bin ich mir sicher über das, was ich über diese Situation weiß oder glaube? Ist nicht die Wirklichkeit dabei, mir die Wahrheit aufzuzeigen? Erzeugt nicht die Tatsache, dass ich mich an das anhafte, was ich glaube, das Leiden?“ Das ist keine intellektuelle Übung; wir hinterfragen unsere emotionalen Gewohnheiten und unsere Glaubenssätze, ohne den Verstand antworten zu lassen; die Antworten kommen aus der Tiefe unseres Seins. Das ist eine Praxis, die von uns Ehrlichkeit und Mut verlangt. Wir fühlen uns bereit, all unsere Haltungen zu hinterfragen, selbst die grundsätzlichsten, die unsere eigene Wesenheit sind. Diese Praxis lässt uns einen Zustand der konstanten Entdeckung leben, weil wir nichts als unbestritten oder definitiv betrachten.

Die Praxis des Innehaltens
Während des ganzen Tages finden sich Zwischenräume, die frei von Gedanken und Aktivitäten sind, denen wir keine Aufmerksamkeit schenken, weil zu flüchtig sind. Es geht darum, diese Einladungen in diesem Moment zu ergreifen, ohne sie aufzuschieben, und in diese Intervalle der puren Stille einzutauchen, sich in sein Innerstes fallen zu lassen, ohne Zurückhaltung. Das erfordert eine große Sinnesschärfe und ein absolutes Fehlen von Zögern. Es ist, als ob man sich in vollstem Vertrauen ins Leere wirft. Wir lassen uns in der Substanz des Augenblicks schmelzen, um unmittelbar unsere fundamentale Einheit mit ihm zu erfahren. Diese Praxis ist sehr leicht in den Alltag zu übertragen, in dem wir die Klänge der Umgebung als Eingangspforten in diese Zwischenräume benützen.